Den Teilnehmern des Gedenkabends wurde der Dokumentarfilm „Leningrad im Kampf“ gezeigt. Dieser Film wurde 1942 von den in der eingekesselten Stadt gebliebenen Mitarbeitern des Studios populärwissenschaftlicher Filme (Lentechfilm) sowie den nicht evakuierten Kameraleuten gedreht. An dem Film arbeiteten insgesamt 22 Kameramänner. Die ersten Szenen, die in den Film eingingen, wurden vom bekannten sowjetischen Dokumentarfilmer Jefim Utschitel gedreht. In diesem ersten abendfüllenden Film über die Leningrader Blockade, der lange vor deren Aufhebung gedreht und gezeigt wurde, sind nur wenige Minuten dem Schrecken und Elend der Stadtbewohner gewidmet, aber genau diese Szenen wurden später „Todesszenen“ genannt. Der 73-minütige Streifen, ein filmisches Dokument jener Epoche, handelt von Heldentaten im Kampf und in der Arbeit, die die Einwohner des belagerten Leningrads vollbrachten.
Julia Egger, die Co-Vorsitzende des Forschungszentrums „Pamjat“ (Wien – Graz), erzählte ausführlich über die Entstehungsgeschichte des Films. Der Film wurde in russischer Sprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. An der Veranstaltung nahmen russische Landsleute teil, unter anderem vier Überlebende der Leningrader Blockade: N.F. und W.M. Grigorjewy, S.B. Kagan (Wien) und W. Tugarina (Moskau), deren Familienmitglieder, sowie Vertreter der österreichischen Öffentlichkeit, die sich für Geschichte und russische Kultur interessieren. Die Zuschauer schätzten die Möglichkeit sehr, Leute persönlich kennen zu lernen, die die Tragödie zusammen mit der Stadt erlebten, jener Stadt, die auch heute zu einer der schönsten der Welt zählt. Die Vertreterin der russischen Botschaft in Österreich, Olga Matwejewa, übermittelte den Blockade-Überlebenden die persönliche Gratulation des Präsidenten Russlands, W.W. Putin, zum 75. Jahrestag der vollständigen Befreiung Leningrads von der faschistischen Blockade.
Aus dem Gratulationsschreiben des Präsidenten Russlands:
„… Die Heldentat der Einwohner und Verteidiger der Stadt an der Newa wird für immer in der Geschichte des Vaterlandes bleiben, wird als Beispiel außerordentlichen Mutes, moralischer Stärke, tiefer, aufopfernder Liebe für die Heimat dienen. Schwerste Erlebnisse überstanden, haben Sie den Glauben an den Sieg nicht verloren, Sie haben es überlebt und eine der großartigsten Städte der Welt für kommende Generationen bewahrt. Ich wünsche Ihnen Gesundheit und alles Beste“.