Ausstellung „Holocaust“: Vernichtung, Befreiung, Rettung“

Am 1. März wurde im österreichischen Parlament die Ausstellung „Holocaust: Vernichtung, Befreiung, Rettung“ eröffnet. Diese Ausstellung wurde vom Wissenschafts- und Bildungszentrum „Holocaust“ (Moskau) zusammen mit dem Jüdischen Kongress Russlands zusammengestellt. Die Ausstellung wird mit Unterstützung des Ministerium für Äußeres Russlands sowie der Organisationen «Claims Conference» und «Genesis Philantrophy Group» präsentiert. Die Exposition wurde auf Grundlage einzigartiger Dokumente und Fotos aus den musealen Fonds und Archiven Russlands, Deutschlands, Frankreichs, der Schweiz, der Ukraine und Israels erstellt. Die Ausstellung deckt die Maße und Besonderheiten Holocausts auf dem okkupierten Territorium der Sowjetunion auf, außerdem zeigt sie die Rolle der Roten Armee bei der Rettung der Juden Europas. Unter den Unikaten – der Brief vom Anna Franks Vater vom 23. Februar 1945, der an seine Mutter mit den Worten „mich haben die Russen gerettet und gepflegt“ gerichtet ist. Für die deutschsprachige Version der Ausstellung wurde ein neuer Stand über die Schicksale der Juden Österreichs und Deutschlands auf dem besetzten Territorium der UdSSR und die Gedenkpflege der Opfer in Minsk und Maly Trostinez aufgebaut. Bei der Eröffnung der Ausstellung bemerkte der Präsident des Nationalrates Österreichs Wolfgang Sobotka, dass „die Exposition an die besondere Verantwortung erinnert, die auf der österreichischen Politik hinsichtlich der Vermeidung der Wiedergeburt von Antisemitismus, liegt“. Die Bildung und Erziehung hält der Politiker für effektives Gegengift gegen Rassismus und Antisemitismus. Eine Besonderheit der mobilen Ausstellung besteht darin, dass sie den Beitrag der Roten Armee bei der Befreiung von Ghetto und KZs in Osteuropa betont. „Wir dürfen nicht den hohen Preis vergessen, den die sowjetische Bevölkerung im Kampf gegen Nationalsozialismus bezahlen musste“, - bemerkte Sobotka. Der Botschafter Russlands in Österreich Dmitrij Ljubinskij sprach über die Bedeutung dieser Ausstellung als einem Zeugnis der Rolle der Roten Armee beim Sieg über den Nationalismus und bei der Rettung der Juden Europas. „Die Nazis ermordeten 6 Millionen Juden, d.h. 60% der jüdischen Bevölkerung Europas. Einen hohen Preis für den Sieg über den Faschismus musste das multiethnische Volk der Sowjetunion bezahlen: fast 27 Millionen Menschen kamen um, darunter mehr als 18 Millionen Zivilbevölkerung“, - bemerkte der Botschafter Dmitrij Ljubinskij. Der Kurator und Ideenautor der Ausstellung, Professor, Gründer und Ko-Vorsitzender des NPZ „Holocaust“ Ilja Altman betonte die wichtige Rolle der Jugendlichen bei der Gedenkpflege des zweiten Weltkriegs. An der Ausstellungseröffnung nahm die ehemalige Gefangene der KZs „Theresienstadt“ und „Ausschwitz“ Österreicherin Helga Kinski teil. „Ich bin alt und habe keine Zukunft mehr. Aber die junge Generation hat Zukunft. Und sie trägt die Verantwortung dafür, wie diese Zukunft sein wird. Um sie zu bauen, müssen die Jugendlichen Geschichte lernen, zueinander tolerant sein und keine Versuche, Feindseligkeit zwischen den Völkern zu verbreiten, zulassen. Die Ausstellung wurde bereits auf vier Kontinenten in sechs Sprachen gezeigt: auf Russisch, Englisch, Spanisch, Tschechisch, Iwrit und Deutsch, unter anderem im Head-office der UNO, im Europarat, im Head-office der UNESCO, in den Parlamenten Russlands, Argentiniens, Israels, Uruguays, Tschechiens sowie im Russischen Kulturinstitut und im Berliner Rathaus.