Mitarbeiter des RKI in Wien nahmen an den Gedenkveranstaltungen anlässlich des 74. Jahrestages der Befreiung des KZ Mauthausen teil.
Das Motto des heutigen Gedenktages: „Niemals eine Nummer. Immer ein Mensch“. Jeder Häftling des KZ bekam eine bestimmte Nummer, die an der Oberbekleidung angenäht wurde. Sobald eine Person im Lager ankam, stellte ihr Name, ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für die Lagerleitung kein Interesse mehr dar. Der Sinn des Mottos „Niemals eine Nummer. Immer ein Mensch“ besteht darin, dass die heute Lebenden alles nur Mögliche tun, um die Wiedergeburt des Nazismus zu verhindern. Dieser Appell erklang immer wieder in den Ansprachen der Politiker und Aktivisten, die an der feierlichen Zeremonie in Mauthausen teilnahmen. Durch das Lagersystem „Mauthausen“ kamen mehr als 200.000 Menschen. Mehr als 90. 000 kamen um, die Mehrheit davon waren Bürger der UdSSR und Polen.
Die Veranstaltungen, die die KZ-Befreiung zum Anlass hatten, wurden von ca. neun Tausend Menschen besucht. Unter ihnen befanden sich auch ehemalige Häftlinge von „Mauthausen“ und seiner Außenlager sowie Delegationen diplomatischer Missionen, darunter auch die aus Russland und aus anderen Ländern – den ehemaligen Republiken der UdSSR. Regierungsvertreter Österreichs wie der Bundeskanzler Sebastian Kurz, der Parlamentsvorsitzender Wolfgang Sobotka, der ehemalige Präsident Österreichs Heinz Fischer und andere waren ebenfalls anwesend. Heuer besuchte das Gedenkkomplex „Mauthausen“ auf Einladung der russischen Botschaft und des Russischen Kulturinstitutes in Österreich Dmitrij Karbyschew, Enkelsohn des Helden der Sowjetunion General Dmitrij Michailowitsch Karbyschew, der in der Nacht von 17.April 1945 zu Tode gefoltert wurde. Russische Delegation, geleitet vom Botschafter Russlands in Österreich Dmitrij Ljubinskij legte Kränze und Blumen vor den Denkmälern der Verstorbenen verschiedener Länder und vor dem Sarkophag mit der Asche der in den Lagerkrematorien Verbrannten, nieder. Das Andenken der getöteten Häftlinge des KZ wurde auch in der Siedlung Ried in der Riedmark zelebriert. Die Gedenkzeremonie wurde am Kirchenplatz durchgeführt, wo ein Denkmal für gefallene sowjetische Soldaten, die in der Nacht des 2. Februars 1945 aus Mauthausen zu fliehen versuchten, errichtet worden war. Der Kranz und die Blumen vor dem Denkmal wurden von der Delegation des RKI, geleitet vom Direktor Dmitrij Sokolow sowie von Vertretern des Apparats des Militärattachés der Russischen Botschaft niedergelegt.