Alexander Rahr, der deutsche Journalist für internationale Fragen, erzählte über Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Berlin
- Der Leiter des Außenministeriums der Bundesrepublik Deutschland Heiko Maas erklärte, die EU sei am Dialog mit Russland interessiert. Wovon zeugen die Worte des Außenministers der Bundesrepublik Deutschland?
- Ich würde dies als eine sehr wichtige Aussage bezeichnen, die dafür spricht, dass die deutsche Regierung trotz aller Konflikte und neuen Sanktionen, die möglicherweise eingeführt werden können, alle Möglichkeiten lassen möchte, weiterhin einen konstruktiven Dialog mit Russland führen und nicht alle Türen schließen.
- Heiko Maas listete die Konfliktzonen in der Welt auf. Kann die Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland zu ihrer Lösung beitragen?
- Ja, definitiv. Deutschland ist eines der Länder im Westen, das nicht nur versteht, sondern auch offen sagt, dass die größten Herausforderungen, vor welchen die Welt und Europa stehen, ohne Russland unmöglich zu lösen sind. Ich bin sicher, dass die derzeitige deutsche Regierung genau diesen Standpunkt teilt, deswegen wird sie versuchen, auch wenn jetzt irgendwelche Ereignisse geschehen, mit Moskau in Schlüsselbereichen zusammenzuarbeiten.
- Welche humanitären Projekte können im Rahmen des Tandems Moskau-Berlin zukunftsorientiert sein?
- Die russische Seite möchte einen erweiterten Dialog zu praktisch allen Themen führen: kulturelle Aspekte, Entwicklung der Wissenschaft, Studentenaustausch, Abschaffung vom Visum. Und was sehr wichtig ist: Russland hat einen einzigartigen Schritt unternommen, Russland hat das Visum für Europäer in die Oblast Leningrad sowie nach St. Petersburg abgeschafft und bald wird nach Moskau abschaffen. Im Rahmen des humanitären Dialogs ist es wichtig: Die Europäische Union muss ebenso positive gegenseitige Schritte machen. Ich hoffe sehr, dass die Coronavirus-Pandemie vorbei sein wird und die Kontakte wiederhergestellt werden. Durch solche Formate wie den St. Petersburger Dialog und Rossotrudnichestvo können viele gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt werden, die den modernen Herausforderungen entsprechen.
Interview mit Oleg Osipov
Foto: news.sputnik.ru